Das ABC des LötensIn diesem Artikel werden gängige im täglichen Anwendungsfall auftretende Fragewörter steckbrieflich erläutert. Für intensivere Beratung setzten Sie sich mit unserem Anwendungstechniker, Herr Sascha Hain, in Verbindung.
A-B Aluminium und AluminiumlegierungenWerden überwiegend mit AlSi-Loten hartgelötet. Die Arbeitstemperatur liegt bei ca. 600° C. Somit können ausschließlich Aluminiumwerkstoffe mit einer Solidustemperatur von über 630° C hartgelötet werden. Besonders geeignet sind: Reinaluminium, Al-Mn, Al-Mg und AL-Mg-Si Legierungen mit weniger als 2% Mg und Si. ArbeitstemperaturDie niedrigste Oberflächentemperatur an der Lötstelle bei welcher die zusammen zu fügenden Werkstoffe be- netzen oder durch Grenzflächendiffusion eine flüssige Phase ausbilden. Die Arbeitstemperatur ist immer höher als die Solidustemperatur der Lotlegierung. Sie kann unterhalb oder oberhalb seiner Liquidustemperatur liegen oder mit ihr zusammenfallen. BenetzenAusbreiten eines geschmolzenen Lotes auf der Werkstückoberfläche. Lote benetzen den Grundwerkstoff nur dann wenn die zu lötenden Flächen sowie die verwendeten Lote metallisch blank sind. Nur bei erreichen der Arbeitstemperatur an der Lötfläche des Bauteils und des Lotes sowie dem auflegieren von mindestens einem Grundwerkstoff kann eine Benetzung erfolgen. BetriebstemperaturErhöhte Betriebstemperaturen führen zwangsläufig zu erheblichen Festigkeitsverlusten in der Lötverbindung. Die techn. Datenblätter sollten unbedingt zu Rate geholt werden um die darin angegebenen Betriebstemperaturen bei Dauerbelastung nicht zu überschreiten. C-D Cadmiumfreie SilberhartloteSiehe kadmiumfrei Silberhartlot Cadmiumhaltige SilberhartloteSiehe kadmiumhaltige Silberhartlot DiffusionHierbei handelt es sich um einen physikalischen Prozess welcher zur gleichmäßigen Verteilung von Teilchen führt. Somit erfolgt eine komplette Durchmischung zweier Stoffe. E-F Eutektische LegierungenEutektische Legierungen besitzen keinen Schmelzbereich sondern ausschließlich einen Schmelzpunkt. FlammlötenHartlöt- und Weichlötverbindungen können durch Flammlöten (Löten mit Brenner) durchgeführt werden. Brennerlöten erfolgt meist durch ein Azetylen-Sauerstoffgemisch. Natürlich können auch andere Gas-Sauerstoff-Mischungen verwendet werden. Sämtliche Flammlötungen müssen mit Flussmittel gelötet werden. Hiervon ausgenommen sind Lötungen von Kupfer an Kupfer mittels phosphorhaltigen Kupferloten. Diese Lötungen erfolgen flussmittelfrei. FlussmittelDie Aufgabe der Flussmittel besteht darin die Oberfläche der zu lötenden Bauteile metallisch blank zu halten. Das heißt vorhandene Oxide müssen von der Lotfläche gelöst werden und eine Neubildung muss verhindert werden. FlussmitteldämpfeDie Flussmitteldämpfe sind reizend bis ätzend. Eine Absaugung ist empfehlenswert, bei bestimmten Flussmittelsorten sogar vorgeschrieben. Diese Angaben entnehmen Sie den jeweiligen Sicherheitsdatenblättern. G-H GasfluxAls Gasflux werden gasförmige Flussmittel, die sich meist aus flüchtigen Flüssigkeitsgemischen entwickeln, bestehend aus Borsäureestern und einem leicht verdampfenden Lösungsmittel als Trägermedium, bezeichnet. Sie werden nur beim Flammlöten eingesetzt. Der Brenngasstrom wird bei diesem Verfahren durch das Flüssigkeitsgemisch geleitet und reichert sich dabei mit Flussmittel an. Das Flussmittel wird dann über die Flamme auf das zu lötende Bauteil befördert und entfernt dort die Oxide. Nachteilig bei der Verwendung von Gasflux ist, dass es erst ab ca. 750 °C wirkt und nicht in enge Spalte eindringt, wodurch das Durchlöten verhindert wird HartlötenDas Löten mit Loten deren Liquidustemperatur oberhalb 450° C liegt. Hartlote sind meist Silber-Kupfer-Zink-Legierungen welche auch Zinn oder Kadmium enthalten können. I-J InduktionslötenDas Bauteil wird durch Strom erwärmt. Das Bauteil wird berührungslos in eine Spule gestellt, durch die elektrischer Strom fließt. Man lötet in der Regel an Atmosphäre unter Zugabe von Flussmittel.. K Kadmiumfreie SilberhartloteKadmiumfreie Silberhartlote haben im Gegensatz zu kadmiumhaltigen Silberhartloten, bei gleichem Silbergehalt, eine höhere Arbeitstemperatur. Kadmiumhaltige Silberhartlote werden aufgrund auftretender Gesundheitsprobleme durch Kadmiumfreie ersetzt. Lesen Sie hierzu auch die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter. Kadmiumhaltige SilberhartloteDie kadmiumhaltigen Silberhartlote werden wegen ihrer niedrigen Arbeitstemperatur und der guten Benetzung gerne eingesetzt. Kadmiumhaltige Silberhartlote werden von uns vertrieben und auch noch in vielen Branchen eingesetzt. Wir empfehlen auf jeden Fall eine Umstellung auf kadmiumfreie Silberhartlote. Kapillarer FülldruckUnter kapillarem Fülldruck versteht man den Druck welcher das geschmolzene Lot auch entgegen der Schwerkraft in den Lötspalt treibt. Er ist abhängig von der Lötspaltbreite und der Geometrie. Es gilt jedoch im Allgemeinen, je enger der Lötspalt um so höher der kabilare Fülldruck. KapillarwirkungBei einem Lötspalt bis 0,2 mm wird das flüssige Lot in den Lötspalt hineingezogen. Diese Kapillarwirkung lässt das Lot tief in den Spalt eindringen und läuft sogar senkrechte Spalten hoch. L Legierung2 oder mehr untereinander vermischte Metalle nennt man Legierung LiquidustemperaturDie oberste Temperaturgrenze des Schmelzbereiches oder des Schmelzintervalles. Oberhalb dieser Temperatur sind die Lote völlig flüssig.
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